Betrifft alle IKAROS-G4-Versionen
Bei der Freigabe eines GMV-Antragslaufs (Aktion „Freigeben & Datei erzeugen“) kann es zu einem Fehler kommen, der dazu führt, dass zwar eine EDA-Datei und – abhängig von der Versandart – auch eine ERV-Nachricht (EDA-Datei als Anhang) oder eine Nachricht für den Governikus Communicator erstellt werden, der Antragslauf selbst jedoch nicht mehr erfolgreich abgeschlossen werden kann. Stattdessen verbleibt er im Status „Fehler“.
Ursache und Folgen des Fehlers
Eine mögliche Ursache für diese Situation ist z. B. ein Time-out-Fehler während der Freigabe des Laufs. Infolgedessen können bereits erstellte Nachrichten nicht mehr automatisch gelöscht werden.
Falls ein fehlerhafter Lauf anschließend zurückgenommen und gelöscht wird, geschieht Folgendes:
- Die Antragslauf-ID wird aus den Anträgen entfernt, und die betroffenen Anträge werden auf den Status „A“ (angelegt) zurückgesetzt.
- Die Aktion versucht, die EDA-Datei im Dateisystem zu löschen.
Nicht gelöscht werden derzeit:
- Die ERV-Nachricht, falls eine erstellt wurde.
- Die Nachricht im Fachdatenaustauschverzeichnis/Postausgang des Governikus Communicators.
Risiko: Doppelte Übermittlung und Gerichtskosten
Da nicht alle erstellten Dateien automatisch gelöscht werden, kann es durch das Zurücknehmen und Löschen des Laufs passieren, dass bei der Erstellung eines neuen Antragslaufs dieselben Anträge erneut in EDA-Dateien geschrieben und doppelt an das Mahngericht übermittelt werden. Dies kann zu doppelten Gerichtskosten führen.
Handlungsempfehlung
Wir möchten Sie deshalb für diese potenzielle Fehlersituation sensibilisieren:
- Falls Sie einen Lauf „Zurücknehmen & Löschen“, für den Sie zuvor bereits die Freigabe eingeleitet hatten, müssen Sie sicherstellen, dass alle relevanten Dateien und Nachrichten vollständig gelöscht sind.
- Prüfen Sie deshalb insbesondere sorgfältig die Postausgänge des Governikus Communicators/ERV-Moduls auf ggf. erstellte Nachrichten und löschen Sie diese, sofern sie von dem zuvor zurückgenommenen Lauf stammen.
- Sollte es zu einem derartigen Fehler kommen, so kontaktieren Sie im Zweifel lieber einmal mehr unseren Support.
- Achten Sie, wenn ein solcher Fehler aufgetreten ist, vor dem nächsten Versenden von Nachrichten besonders aufmerksam darauf, dass keine Nachrichten aus dem zuvor zurückgenommenen Lauf mehr vorhanden sind und fälschlicherweise erneut an das Mahngericht gesendet werden.
Geplante Verbesserungen
Für die in Wartung befindlichen IKAROS-Versionen werden wir in kommenden Patches Erweiterungen umsetzen, um solche Fehlerfolgen zu vermeiden oder zumindest zu minimieren.
Allerdings lassen sich derartige Fehler und deren Auswirkungen nicht vollständig ausschließen – deshalb ist besonders sorgfältiges Arbeiten in diesen Fällen wichtig.